Der „NaNoWriMo“ (http://www.nanowrimo.org/de) ist der Marathonlauf der Schreibszene. Schon einmal gehört? Das Ziel des „National Novel Writing Months“ (die Veranstaltung kommt aus den Staaten) sind nicht die 42 km, sonder das Schreiben eines Romanes. Genau, eine Roman und das in nicht mehr als einem Monat!
Okay, kein Mensch – vielleicht mit Ausnahme von John Locke http://lethalbooks.com/ – schafft es in so kurzer Zeit, ein ganzes Buch zu schreiben. Gemeint ist: Das erste Manuskript eines Romans zu schreiben. Und dies soll mindestens 50.000 Wörter lang sein.
Der „NaNoWriMo“ beginnt am 1. November und endet am letzten Tag des Monats. Wow, was für eine Herausforderung (und warum findet der „NaNoWriMo“ nicht im Dezember statt? Der hat einen Tag mehr!).
Mein Freund Marcus (http://marcusjohanus.wordpress.com/) wollte unbedingt am „NaNoWriMo“ teilnehmen wollte. Klar, typisch Schnellschreiber, mal eben so 50.000 Wörter dahinrotzen. Fertig. Für mich völlig unmöglich… oder nicht?
Mein Taschenrechner meinte zu der Fragestellung: „Du musst 1666 Wörter am Tag schaffen“. Schnell umgerechnet: Das sind grob 10.000 Zeichen oder rund 6 Manuskriptseiten. Hm, dachte ich, das ist ja mein normales Schreibtempo. Unter Vorbehalt.
Unter Vorbehalt? Ja, wenn es keine besonderen Vorkommnisse gab. Keine Klassenarbeiten der Kinder, keine Erkrankungen, kein Internet…
Das eigentliche Problem waren also nicht die knapp 1700 Wörter am Tag, das Problem war, diese Wörter kontinuierlich abzuliefern. 7 Tage die Woche, 4 Wochen lang. So einen Quatsch wie Schreibblockaden (ja, die gibt es nicht wirklich, ich weiß), schlechte Laune oder fiese Erdstrahlen konnte ich mir bei so einem Projekt nicht leisten.
Wenn ich es aber schaffen, dann hatte man ich einen Grund zum Protzen (der einzige Grund, weshalb ich mich seit Jahren im Schneckentempo durch den Wald quäle und jedes Frühjahr einen 21km Lauf absolviere. Mit meinem einem geschafften Marathon gebe ich noch heute an - jetzt zum Beispiel).
Gesagt, getan, ich meldete mich an (hier der Link zu meiner Seite http://www.nanowrimo.org/de/user/836170).
Beim Lesen der Regeln des Schreibwettbewerbes stieß ich darauf, dass eine gründliche Vorbereitung (d.h. erstellen eines Stufendiagramms, entwerfen der Figuren etc.) ausdrücklich erlaubt ist. Nur das eigentliche Schreiben des Manuskriptes muss im Zeitraum vom 1. bis zum 30. November erfolgen.
Gut, also machte ich mich an die Vorbereitung und dabei ging ich taktisch vor:
- Wenn die Zeit schon knapp bemessen ist, sollte der Plot möglichst gradlinig sein. Keine fiese Verschwörungsgeschichte mit 20 Verdächtigen und genauso vielen Plotturns, nein. Ein schöner Thriller bot sich an.
- „Keep it simple“, war mein Motto, deshalb nahm ich mir vor, einen Hintergrund zu verwenden (Sicherungsgruppe des Bundeskriminalamtes), mit dem ich aufgrund früherer Recherchen einigermaßen vertraut war.
Das Stufendiagramm zu erstellen (natürlich mit „Scrivener“) ging schnell. Und endlich hatte ich die Gelegenheit, von Anfang an ein paar tolle Funktionen zu benutzen, die ich schon immer einmal in der Praxis testen wollte. Schon hatte sich der „NaNoWriMo“ für mich gelohnt, bevor ich auch nur ein Wort geschrieben hatte.
Und jetzt heißt es nur noch, auf den November zu warten…