Seit zwei Tagen sitze ich daran, die einzelnen Kapitel meines Romans auszuarbeiten. Das Grundgerüst der Handlung (7-Punkte-System) steht ja bereits. Bin jetzt beim 5. Kapitel angekommen und habe gerade festgestellt, dass mir eine Nebenhandlung fehlt. Warum?
Nun, sicher sollte man eine Nebenhandlung nicht deshalb einbauen, um die Seiten eines Romans zu füllen. Die Nebenhandlung sollte deshalb etwas mit der Haupthandlung und der Prämisse des Romans zu tun haben. Ich benutze sie, um das Thema – und vor allen Dingen meine Hauptfigur, aus möglichst vielen “Blickwinkeln” zu zeigen. Ebenso darf ein Krimi oder Thriller nicht zu geradlinig sein. Eine Nebenhandlung kann ganz praktisch benutzt werden, um den Leser auf eine falsche Fährte zu führen. Außerdem ist es sicher eine gute Idee, zwischendurch immer mal wieder etwas Spannung aus der Geschichte zu nehmen, bevor man sie dann ganz unvermittelt wieder anzieht. Die Nebenhandlung ist so etwas wie ein Schweizer Taschenmesser: Universell einsetzbar. Dabei folgt sie den selben Gesetzen wie der eigentliche Plot hinsichtlich Spannungskurve, Höhepunkt etc.
Und was, wenn die Nebenhandlung die Haupthandlung an die Wand spielt? Nun, sicher nicht Nebenhandlung langweiliger, sondern die Haupthandlung spannender machen.
