Wie beginne ich ein neues Romanprojekt? – 4. Teil: Nebenhandlung

Seit zwei Tagen sitze ich daran, die einzelnen Kapitel meines Romans auszuarbeiten. Das Grundgerüst der Handlung (7-Punkte-System) steht ja bereits. Bin jetzt beim 5. Kapitel angekommen und habe gerade festgestellt, dass mir eine Nebenhandlung fehlt. Warum?

Nun, sicher sollte man eine Nebenhandlung nicht deshalb einbauen, um die Seiten eines Romans zu füllen. Die Nebenhandlung sollte deshalb etwas mit der Haupthandlung und der Prämisse des Romans zu tun haben. Ich benutze sie, um das Thema – und vor allen Dingen meine Hauptfigur, aus möglichst vielen “Blickwinkeln” zu zeigen. Ebenso darf ein Krimi oder Thriller nicht zu geradlinig sein. Eine Nebenhandlung kann ganz praktisch benutzt werden, um den Leser auf eine falsche Fährte zu führen. Außerdem ist es sicher eine gute Idee, zwischendurch immer mal wieder etwas Spannung aus der Geschichte zu nehmen, bevor man sie dann ganz unvermittelt wieder anzieht. Die Nebenhandlung ist so etwas wie ein Schweizer Taschenmesser: Universell einsetzbar. Dabei folgt sie den selben Gesetzen wie der eigentliche Plot hinsichtlich Spannungskurve, Höhepunkt etc.

Und was, wenn die Nebenhandlung die Haupthandlung an die Wand spielt? Nun, sicher nicht Nebenhandlung langweiliger, sondern die Haupthandlung spannender machen.

Wie beginne ich ein neues Romanprojekt? – 3. Teil: Das Grundgerüst der Handlung!

Der nächste Schritt meines Romanprojektes ist es, dass Grundgerüst der Handlung festzulegen. Es gibt verschiedene Hilfsmittel, ich bediene mich aber am liebsten (damit hatte ich bereits beim letzten NaNoWriMo gute Erfahrungen gemacht), dem 7-Punkte-System (wer wissen will, wie das funktioniert, mein Freund Marcus hat auf seinem Blog einen tollen Artikel hierzu eingestellt). Beim Plotten halte ich mich daran, mit dem Ende anzufangen – und da der Anfang sozusagen das genaue Gegenteil des Endes ist, ist es auch selten ein Problem, den ersten Punkt des Systems zu entwickeln. Hakelig wird es dazwischen.

Nun, ich habe mir nicht vorgenommen, das 7-Punkte-System an einem Tag zu beenden (obwohl das sicherlich – es ist ja nur ein Grundgerüst – machbar ist). Denn, wenn man hier einen Fehler macht, wird sich der durch den ganzen Roman ziehen.

Der wichtigste Rat, den ich für dieses Stadium des Romanschreibens geben kann (und den ich soeben widerstrebend beherzigt habe): Wenn ein Element der Handlung, das euch seit Wochen im Kopf herumspukt und das ihr ganz, ganz toll findet, nicht in das 7-Punkte-System passt, killt sie gnadenlos! Es wird euch später um die Ohren fliegen!

Bei meinem letzten Romanprojekt habe ich das – zunächst – nicht gemacht. Ich wusste, dass es mit dem 7-Punkte-System und der Prämisse an ein paar Stellen hakt, habe das aber ignoriert. Als ich mich dann ans Exposé gesetzt habe (ich war mit dem Roman fast fertig) kam ich vollends ins Schleudern. Also habe ich mehrere Szenen, Kapitel und Figuren gestrichen. Im vor-vorletzten von 7 oder 8 Überarbeitungsschritten! Das Resultat hat mich völlig überzeugt – nur hätte ich mir viel Arbeit und Nerven sparen können, wenn ich die Bauchschmerzen, die ich mit den Hilfsmitteln 7-Punkte-System und Prämisse hatte, rechtzeitig ernst genommen hätte.

Es ist wie beim Puzzeln: Manchmal will ein Teil nicht passen, man ist sich aber ganz, ganz sicher, dass es genau an diese Stelle gehört. Klar, die Typen, die das Puzzle gedruckt haben, haben Mist gemacht. Kann ja nicht sein, dass man selbst schiefliegt. Also presst man das eine Teil mit Gewalt in das Puzzlespiel – und wundert sich, dass alles auseinanderfliegt.

 

 

Wie beginne ich ein neues Romanprojekt? – 2. Teil: Brainstorming zu Handlung und Figuren!

Nachdem ich in den letzten Tagen alle Unterlagen meines letzten Projektes in meinen Schrank verbannt habe, ist es nun Zeit, mit etwas Neuem zu beginnen. Okay, um der Wahrheit die Ehre zu geben, natürlich schwirren mir schon seit einigen Monaten verschiedene Ideen durch den Kopf. Zwei verschiedene Ansätze für einen neuen Roman haben sich herauskristallisiert und wie es so ist – die etwas neuere Idee gefällt mir am besten. Weshalb? Keine Ahnung, aber in diesem Fall verlasse ich mich einfach auf mein Bauchgefühl – darf man doch als – hüstel – Künstler, oder ;-)

Jetzt geht es aber ganz systematisch weiter: Erst einmal ein neues Scrivener-File eingerichtet. Hey, diesmal habe ich sogar beim Beginn des Romanprojekts einen Arbeitstitel: “Im Scheinwerferkegel”.  Und dann? Eine To-Do-Liste erstellt.

Erster Punkt, den es abzuarbeiten gilt: Alles, was mir zu diesem Projekt bisher im Kopf herumging wird erst einmal “zu Papier” gebracht – sprich mehr oder weniger geordnet heruntergeschrieben. Der Effekt, mein Kopf kommt mir nun ein wenig aufgeräumter vor und ich muss keine Angst haben, etwas vor lauter Aufregung zu vergessen.

Der zweite Punkt meiner To-Do-Liste: Mir Gedanken zu dem Gegenspieler meiner Heldin machen (Hatte ich es noch nicht erwähnt? Mein aktuelles Romanprojekt ist – natürlich – eine Fortsetzung von “Auf brüchigem Asphalt”). Das ist für mich ein bisschen ungewöhnlich. Bisher hatte ich immer erst die Handlung entwickelt und mir dann Gedanken zum “Bösewicht” gemacht. Diesmal versuche ich es – wie in den meisten Schreibbüchern angeraten – genau anders herum (okay, da ich schon eine grobe Vorstellung von der Handlung habe, stimmt das natürlich nicht wirklich. Wie vieles beim Schreiben, ist das alles ein sehr organischer Prozess. Alles ist mit einander verwoben und beeinflusst sich gegenseitig). Ein Tag arbeitet, um die groben Umrisse des Schurken stehen. Sein Name: Walter Rasche. Hey, Walter gefällt mir ganz gut: Gruselig, trotzdem verstehe ich seine Motivation – und habe trotz der vielen, schrecklichen Untaten, die er begehen wird, Mitleid mit ihm.

Und jetzt darf ich mich erst einmal ausruhen, bevor ich mich mit dem Entwurf der Handlung beginne …

 

Wie beginne ich ein neues Romanprojekt? – 1. Teil: Ordnung schaffen!

Juhu! Gestern habe ich die Arbeiten an “Auf brüchigem Asphalt” abgeschlossen. Die letzten Korrekturen vorgenommen, Anschreiben die Agentur meiner Wahl fertiggestellt und per E-Mail alles versandt (jetzt heißt es warten – und vermutlich Absagen verkraften ;-) )

Kurz habe ich mit mir gerungen, ob ich mich jetzt erst einmal zwei Wochen auf die faule Haut lege, um “die Batterien aufzutanken”, habe mich dann aber dagegen entschieden. Welcher Maler kann es sich erlauben, erst einmal zu feiern, wenn er eine Wohnung gestrichen hat? Okay, das Schreibprojekt hat keine zwei Wochen, sondern Monate und Jahre gedauert – aber dennoch … Außerdem wäre es schade, den Schwung der letzten Wochen zu verlieren.

Natürlich habe ich mir erst einmal die Frage gestellt: “Wie gehst du dein neues Projekt an?” (Um ehrlich zu sein, der Gedanken beschäftigt mich schon seit Wochen, seit das Ende der Arbeiten an “Auf brüchigem Asphalt” abzusehen war).

Nun, erst einmal will ich Ordnung schaffen.

Das bedeutet, heute Morgen habe ich damit begonnen, den letzten Entwurf meines Romanprojektes noch einmal zu drucken (der Drucker läuft gerade im Hintergrund. Sind eine ganze Menge Seiten, allein das Lochen wird eine Weile dauern). Und dann wird der ganze Kram in einen Ordner getan und sorgfältig abgelegt. Sicher ist sicher, wer vertraut schon seiner Festplatte? Ich jedenfalls nicht mehr. Und wenn alles gedruckt und abgeheftet ist, kommt der Ordner zu meinen anderen Schreibunterlagen in den Schrank, die Schranktür wird geschlossen … puh!

Das klingt jetzt vielleicht ein wenig komisch, aber wenn der ganze Kram erst einmal physisch beiseite geschafft ist, habe ich auch das Gefühl, die psychische Distanz gewonnen, um das alte Projekt aus meinem Kopf zu verbannen und mit etwas Neuem zu beginnen.

Wie es dann weitergeht? Ich halte euch auf dem Laufenden.

Kauftipp für Krimifans – Flatterband “Polizeiabsperrung”

Was es nicht so alles gibt: Beim “Schaufensterbummel” durch Amazon habe ich entdeckt, dass man rot-weißes Flatterband mit der Aufschrift “Polizeiabsperrung” kaufen kann (einfach nach dem Stichwort: “Polizeiabsperrung” suchen). Der Preis ist sehr vertretbar (10m, knapp 3,00 Euro) Oh, und für die Fans amerikanischer Krimis gibt es auch das gelbe Plastikbank “Crime Scene – do not cross” (30m, unter 10,00 Euro. Bitte nicht im Vorgarten oder auf der Straße verwenden, für die nächste Krimi-Party aber eine tolle Sache … Bin am Überlegen, ob ich damit meinen Schreibtisch vor unbefugten Eindringlingen schütze :-)