Die Top 3 meiner Roman-Heldinnen

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass die meisten Romane, die ich in meinem Leben gelesen habe, einen Helden und keine Heldin hatten. Soviel zum Thema Gleichberechtigung. Ich könnte nicht sagen, dass ich absichtlich einen Bogen um Geschichten mit weiblichen Hauptfiguren gemacht habe, dennoch ist das sicher kein Aushängeschild für jemanden, der gerade einen Roman mit einer weiblichen Hauptfigur geschrieben hat. Wie auch immer, ich habe mich jetzt einmal hingesetzt, um meine Lieblingsheldinnen zu ermitteln.

3. Temperance Brennan

Die Hauptfigur von Kathy Reichs Kriminalromanen hat es mir seit „Tote lügen nicht” angetan. Sie lebt von ihrem Ehemann getrennt, hat eine mehr oder weniger erwachsene Tochter und hangelt sich als forensische Anthropologin durch ihr Leben und diverse Kriminalfälle.  Wie sollte es anders sein, Kathy Reichs gönnt ihrer Heldin ein „Love interest”, Andrew Ryan, einen toll aussehenden und verwegenen Ermittler. Das klingt jetzt vielleicht wie eine kitschige Liebesschnulze, Temperance bleibt aber – passend zum Thema – meiste eher unterkühlt.

2. Katniss Everdeen

„Die Tribute von Panem” lautet der schreckliche deutsche Titel der „The Hunger Games” von Suzanne Collins. Es handelt sich um einen SF Jugendroman. Die Vereinigten Staaten haben sich in eine düstere Diktatur verwandelt und die Bewohner der 12 Distrikte werden dazu gezwungen, jedes Jahr Kinder in blutigen TV-Spielen gegeneinander kämpfen zu lassen. Katniss’ Schwester wird ausgewählt, an den Spielen teilzunehmen, doch die Heldin tritt an ihrer Stelle an. Eine spannende Geschichte, die besonders durch die spröde Heldin, die mit ihren Gefühlen sparsam umgeht, überzeugt. Wie passend, dass es für Katniss kein Happy End mit einem „Traumprinzen” gibt. (1. Anmerkung: Der 2. und 3. Band der Serie haben mich nicht so überzeugt. 2. Anmerkung: Im Frühjahr soll das Jugendbuch ins Kino kommen. Der Trailer sieht vielversprechend aus).

1. Vin

Die Heldin der Fantasy-Trilogie „Kinder des Nebels” von Brandon Sanderson ist meine Lieblingsheldin. Sie ist eine junge Diebin, bis sie eines Tages erkennt, dass sie eine „Nebelgeborene” ist, die über die Kräfte der Allomantie – einer Magie, die auf Metallen beruht – verfügt. Vin ist voller Misstrauen, denn auf der Straße hat sie gelernt, niemanden zu vertrauen. Schließlich lernt sie jedoch Elend Venture, einen jungen Adligen kennen und schließlich lieben (ja, das klingt erst einmal kitschig). Doch dann wird sie vor die Entscheidung gestellt, sich zwischen ihrer Liebe und dem Kampf gegen dem „Lord Ruler“, dem bösen Oberschurken, der das Land unterdrückt, zu entscheiden. Tolle Bücher, mit einer tollen Heldin. Unbedingt die gesamte Trilogie lesen. Das Ende des letzten Bandes ist herzzerreißend. Schnüff.

7 thoughts on “Die Top 3 meiner Roman-Heldinnen

  1. Eine schöne Liste. Muss gestehen, dass es mir ähnlich geht. Spontan fallen mir kaum Protagonistinnen ein. Vielleicht sollte man da mal in Zukunft bei der Lektüre darauf achten. Wie sinnvoll ist es, den Roman nach dem Geschlecht der Hauptfigur auszurichten? Ich bin mir nicht sicher …

    • Hi Marcus

      Zu dem Thema “Roman nach dem Geschlecht der Hauptfigur ausrichten” kommt mir eine Stelle aus Kings Buch “Das Leben und das Schreiben” in den Sinn (kennst du dieses Buch? ;) ). Da beschreibt er wie eine Situation in der Schule schilderte als Carrie eine Binde aus einem Bezahlautomaten gezogen hat. Daraufhin hat ihm seine Frau die Realität aufgezeigt.
      Und grade merke ich, dass ich vermutlich ein bisschen am Thema vorbeigeschrieben habe. Aber nur ein bisschen.
      Setzen, 2.
      Okay, passt. ;)

  2. Hi Axel

    Brennan entstammt einem Buch? Und sie ist Mutter? Ich weiss, ich oute mich jetzt, aber ich kenne “Bones” nur von der gleichnamigen TV-Serie. Zumindest dort gefällt mir die Figur Brennan nicht so ganz. Sie ist mir zu unterkühlt, erinnert mich stellenweise an Dustin Hoffman in “Rainman”: “Und, wie war der Kuss?” “Feucht”. Dafür, dass sie in der Serie als totaler Verstandesmensch dargestellt wird lebt sie zu sehr in einer “heilen Welt”. Kein Wunder macht sich der FBI-Typ dauernd über die “Blintzler” lustig. ;)

    • Hallo,
      jupp. Brennan kommt aus ‘nem Buch. “Bones” ist erst später entstanden. Die Bücher von Kathy Reichs sind wirklich nicht übel – nur mit dem Engl. hatte ich manchmal so meine Schwierigkeiten. Soweit ich die Serie kenne, ist die Liebesbeziehung in den Büchern noch interessanter (aber nicht so präsent. Mehr Hin und Her).

      Axel :-)

      • Was mir noch Witziges zur Serie einfällt: Die Brennan dort schreibt ja auch. Und zwar über eine forensische Anthropologin die Kriminalfälle löst.
        Irgendwie ist das wie mit den Spiegeln, die sich in den Spiegeln spiegeln, die sich …

  3. Gut, da wir weit weg vom Thema sind: Die TV-Serie “Bones” ist ziemlich klasse, eine meiner liebsten Krimi-Serien. Sie hat aber so gut wie nichts mehr mit den Romanen zu tun.

    Ich finde Temperance Brennan in der Serie sehr gut gelungen. Ich denke, die “Rainman”-Eigenschaften sind durchaus beabsichtigt. Es soll halt unterstrichen werden, dass sie ein Genie ist, das dafür sozial große Defizite hat. Ich mag das, ist vielleicht eine Geschmacksfrage. Aber ich hab an der Uni einige Leute getroffen, die ähnlich waren. Natürlich ist Brennan als Figur einer TV-Serie überzeichnet, fast schon eine Karikatur. Aber das gilt ja für alle anderen Figuren der Serie auch. Der Ton der Serie ist ja auch eher ironisch und humorvoll. Das muss man mögen.

    @Axel: Dir wird “Bones” nicht gefallen. Vollkommen unrealistisch. Gar kein Vergleich zu “The Wire” oder “The Shield”.

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