Wenn es darum geht, nicht zu schreiben, kann ich erstaunlich kreativ sein. Ein Wunder, dass ich meist trotzdem etwas zustande bringe. Hier meine 3 besten Schreibausreden (jeweils mit einer kurzen Anmerkung für Streber, die trotz aller Widrigkeiten nicht die Hände von der Computertastatur lassen wollen. Pfui!).
Platz 3 – Das Wetter ist zu gut / schlecht
Eine Ausrede, mit der man sich jeden Tag vor dem Schreiben retten kann. Schließlich ist das Wetter in den seltensten Fällen genauso, wie es sein sollte. Entweder ist der Himmel voller grauer Wolken und es regnet in Strömen. Wie soll man sich als Schriftsteller auf seine Arbeit konzentrieren, wenn ein Blick aus dem Fenster genügt, um wochenlange Depressionen zu bekommen? Ebenso ist es natürlich völlig unmöglich, an einem Text zu feilen, wenn die Sonne lacht und die Vögel zwitschern. Wieso sollte man da im eigenen Kämmerlein verrotten? Wäre es nicht viel besser, einen Spaziergang zu machen und die eigenen Batterien wieder aufzuladen?
Für Streber: Natürlich spricht nichts dagegen, sich in seinem Bett zu verkriechen und mal unter der Bettdecke zu schreiben. Ein Ortswechsel kann meiner Erfahrung nach Wunder wirken, wenn es mal mit dem Schreiben nicht so läuft. Und wenn man nicht gerade an einer Gruselszene arbeitet, kann einen auch das Schreiben im Park um die Ecke weiterbringen.
Platz 2 – „Mir geht es irgendwie nicht gut“
Eine spitzenmäßige Ausrede, mit der man eine doppelte Portion Mitleid erhaschen kann. Macht sich besonders gut, wenn man einen mitfühlenden Lebenspartner / Ehegatten hat.
Teil a) „Mir geht es sooo schlecht.” Wichtig hierbei: Den passenden Gesichtsausdruck aufzusetzen. Keinesfalls zu fröhlich oder zu krank dreinblicken (wenn man schon nicht schreiben kann, will man sich ja nicht den Tag mit einem Besuch beim Arzt oder übler Medizin verderben). Teil b) „Und jetzt kann ich noch nicht einmal schreiben. Du weißt ja, wie gerne ich das heute gemacht hätte.” Bitte wieder auf den Gesichtsausdruck achten.
Für Streber: Wenn man nicht gerade an der Pest oder einer ähnlich fiesen Erkrankung leidet, kann ein kurzes Schläfchen helfen, den Kopf freizubekommen und die Lebensgeister zu wecken. Meine Erfahrung ist allerdings, dass mehr als 30 Minuten einen nicht fitter, sondern schlaffer machen.
Platz 1 – Nur mal kurz die Mails checken
Tata!, die beste Schreibausrede aller Zeiten. Auf den ersten Blick harmlos. Ich meine, wie lange kann es schon dauern, mal schnell den Posteingang des Computers durchzusehen? Nicht lange, außer, man beantwortet noch schnell die Mails, die man bekommen hat, prüft dann, ob die Sonderangebote des Klamottenhändlers auf dessen Mailingliste man steht, wirklich so gnadenlos günstig sind und wirft dann – man muss ja wissen, was in der Welt so los ist – noch einen kurzen Blick auf die drei oder vier wichtigsten Newsseiten. Oh, natürlich, Twitter und Facebook darf man auch nicht vergessen…
Für Streber: Wenn es an der Disziplin mangelt, einen Bogen um die Gefahren des Internets zu machen, hilft das Schreiben an einem Ort, an dem man garantiert keinen WLan Empfang hat. Ein Freund hat mir mal das Buch „Ich bin dann mal offline“ von Christoph Koch geschenkt. Übrigens: Das Werk gibt’s auch als E-Book. Online.

Lieber Axel Hollmann,
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alle drei Ausreden kommen mir ganz bekannt vor. Meine häufigste Ausrede ist momentan eine andere: irgendjemand muss ja auf die Kinder aufpassen
Wie ich in deinem Blog sehe, schaffst du es trotzdem, dich immer wieder am Schreibtisch zu setzen.
Alles Gute,
Claudia Muther.
Zum Glück sind meine Jungs schon ein wenig älter. Aufpassen muss ich nicht mehr. Nur noch bei den Hausaufgaben helfen (heute: Winkelfunktionen). Leider habe ich heute mein Schreibpensum nicht ganz geschafft (meine Ausrede: Heute Abend ist noch Elternabend). Muss ich morgen ein wenig mehr arbeiten…
Axel
Hallo,
das sind echt drei wundervolle Ausreden.
Meine Lieblingsausreden (gerade jetzt zum NaNoWriMo):
1. Ich bin zu müde.
2. Ich habe gerade keine Ideen mehr.
Ersteres lässt sich für Streber leicht händeln, wenn man sich mal 15 Minuten schlafen legt. Mein Tipp: Den Wecker laut stellen und dafür dann auf die andere Seite des Raumes, sodass man wirklich aufstehen muss zum Ausschalten.
Für Zweiteres habe ich selbst nicht so den ultimativen Strebertipp, allerdings hilft es oft, wenn ich dann einfach mal 100 Wörter schreibe und mich somit wieder in die Welt meiner Charaktere katapultiere. Dann kommen die Ideen meistens von selbst.
Viele Grüße!