Mein perfekter E-Book-Reader: IPad vs. Kindle

Die Verbreitung von E-Books nimmt in Deutschland zu und selbst in den meisten Buchläden (die eigentlich diese Geräte verfluchen sollten), ist inzwischen eine Auswahl verschiedener E-Book-Reader zu finden. Die beiden bekanntesten Geräte sind das IPad von Apple und der Kindle von Amazon. Ich gebe zu, als echter Technik-Geek konnte ich der Versuchung der modernen Medien nicht lange widerstehen. Welches Gerät ist nun das bessere? Die Frage ist nicht leicht zu beantworten.

1. Das IPad

Der Tablett-Computer von Apple ist das teurere der beiden Geräte. Der Grund: E-Books anzuzeigen, ist nur eines der vielen Dinge, die man mit dem IPad machen kann. Auf den Apple-Geräten werden die elektronischen Bücher mithilfe sogenannter “Apps”, kleiner Programme, gelesen. E-Books aus dem Apple Store liest man mit IBooks, E-Books von Amazon mit der Kindle-App und dann gibt es noch eine Vielzahl anderer E-Book-Apps, mit denen man andere Formate lesen kann. Und das ist dann auch schon einer der Vorteile des IPads – man ist hinsichtlich der E-Books nicht auf einen Anbieter angewiesen, sondern hat die Qual der Wahl.

Der besondere Clou: Die Apps laufen – natürlich möchte man beinah sagen – auch auf dem IPhone. IPad und IPhone synchronisieren sich miteinander, das bedeutet, wenn man zu Hause gemütlich mit dem IPad einen Roman gelesen habe, kann man ihn ein paar Stunden später im Bus auf dem IPhone weiterlesen. Und zwar genau dort, wo man zu Hause aufgehört hat. Wenn das nicht bequem ist?

Beim IPad erfolgt die Darstellung der gekauften E-Books auf einem LCD-Display. Das ist gut, wenn man sich in geschlossenen Räumen aufhält. Das Display ist schön bunt, es handelt sich um einen Touchscreen, was die Bedienung erheblich erleichtert. Natürlich kann man das Display auch im Dunkeln lesen (oder es als Taschenlampe verwenden, ganz wie man will). Der Nachteil: Im hellen Sonnenschein hat man verloren. Das IPad ist kein E-Book-Reader, wenn man im Urlaub am Swimmingpool lesen will.

 

2. Und das war für mich auch der Grund, mir zusätzlich noch einen Kindle anzuschaffen. Die erste gute Nachricht: Er ist viel, viel preiswerter, als das IPad (Anmerkung: Ja, inzwischen gibt es auch den Kindle-Fire. Dieser ist ein wenig teurer, hat ein LCD Display und ist eher ein Tablett-Computer, als ein E-Book-Reader). Ein weiteres Kaufargument, gerade, wenn man im Urlaub ist: Es gibt den Kindle-Reader mit kostenloser Mobilfunk Anbindung. Das soll jetzt nicht heißen, dass man im Urlaub kostenlos telefonieren oder gar im Internet surfen kann, das nicht, aber immerhin ermöglicht es Amazon einen (völlig uneigennützig ;-) ), von den meisten Orten der Welt aus, E-Books zu kaufen und zu laden. Kann es im Urlaub etwas Besseres geben?

Und wie ist es um die Darstellung der E-Books bestellt? Im Prinzip genau umgekehrt, wie beim IPad. Das Kindle hat ein E-Ink-Display, d.h. es ist nicht beleuchtet, sondern ähnelt Papier. Im Sonnenschein ist diese Art der Darstellung hervorragend, in der Dunkelheit geht aber gar nichts. Unter der Bettdecke braucht man wie in alten Zeiten eine Taschenlampe (oder eine spezielle Hülle mit eingebauter Lampe, die leider nicht ganz billig ist). Ebenso gilt, dass die Navigation durch die E-Books komplizierter als beim IPad ist, denn ein E-Ink-Display bedeutet, dass der Kindle keinen Tochscreen hat, sondern, dass man zur Navigation durch die E-Books auf Tasten (oder bei manchen Modellen auf einen Touchscreen, der leider nicht entfernt so gut wie beim Ipad funktioniert) angewiesen ist.

Was ist nun mein Fazit?

Tja, einen klaren Gewinner gibt es nicht. Wenn es um den Coolness-Faktor geht, liegt das IPad mit seinem Aluminumgehäuse natürlich weit vor dem Plastik-Kindle. Dafür sieht es dann aber auch in der Brieftasche entsprechend mau aus. Und das Kindle ist viel, viel handlicher (Anmerkung: Vielleicht werden die Karten im Herbst neu gemischt, falls ein IPad-Mini herauskommt) Im Endeffekt sollte man seine Kaufentscheidung davon abhängig machen, wo man hauptsächlich seine E-Books lesen will. Wenn man häufig im Freien ist, dann ist der Kindle sicher die bessere Wahl. Ebenso, wenn man mit LCD-Displays auf Kriegsfuß steht. Wenn man ein Abends-im-Bett-Leser ist und ein wenig gespart hat, dann ist das IPad mit seiner Flexibilität und dem größerem Komfort die bessere Entscheidung. So oder so, inzwischen bin ich von E-Books begeistert. Ich denke, dass ihnen die Zukunft gehört.

Mein Vorschlag für die nächste Generation von E-Book-Readern: Ein wasserdichtes Gerät für die Badewanne wäre mein persönlicher Hit.

11 thoughts on “Mein perfekter E-Book-Reader: IPad vs. Kindle

  1. Ein Leseherät, das immer vergessen wird: der iPod Touch – klein, handlich, leicht, ausdauernder Akku, halbwegs preiswert.

    Beim Kindle lohnt es sich vielleicht, auf die nächste Generation zu warten: E-Ink plus beleuchtetes Display.

    Den Kindle Touch 3G gibt es übrigens nicht mehr. Ein guter Hinweis auf das Einführen des Kundle Fire oder die nächste Touch-Generation.

    Das Tolle an der Kindle App ist ja, dass sie auch geräteübergreifend funktioniert. Abends im Bett mit dem iPad lesen, um am nächsten Morgen auf der sonnigen Terrasse mit dem Kindle weiterzulesen, ohne suchen zu müssen.

    • Also, ein z.B. 7″ iPad wäre was tolles. Dann gäbe es keine Frage mehr. Aber mal ehrlich: Noch ein Gerät rumschleppen ist einfach lästig. Darum geht eigentlich iPad UND Kindle gar nicht.
      Wann soll der der Kindle Fire tatsächlich rauskommen? Angekündigt ja, aber gesehen habe ich den noch nicht. :(

      • Ja, der Formfaktor “IPad” ist für unterwegs einfach zu groß – mal ganz abgesehen davon, dass das Ding auch so teuer ist, dass man es im Bus oder der U-Bahn kaum benutzen mag. Wann der Kindle-Fire rauskommt? Ob, wäre vielleicht die richtige Frage. Ich meine, der ist ja schon eine Weile am Markt. Schätze, dass Amazon schon einen Nachfolger für Weihnachten oder so in der Pipeline hat…

  2. Okay, ab den IPod Touch habe ich nicht gedacht. Mein IPod “toucht” nicht – der spielt nur Musik ;-) E-Ink plus Beleuchtung funktioniert technisch nicht, soweit ich weiß. Die Hülle von Amazon ist schon wirklich klasse – wenn sie nur nicht so teuer wäre. Das es den Touch 3G nicht mehr gibt, habe ich gar nicht mitbekommen. Was soll ich sagen – meistens verwende ich auch den Kindle.

  3. Ich finde, das Lesen auf ePaper ist wesentlich weniger anstrengend für die Augen. Nach etwa 10 Stunden per Tag am Rechner bin ich glücklich, auf dem Kindle lesen zu dürfen. Und ein Argument, dass mein (technik-affiner und iPad-verliebter) Freund lieferte: Das Kindle ist sowohl kleiner als auch leichter, was es zu einem perfekten Begleiter für Bus und Bahn (und die Handtasche) macht.

  4. Pingback: Mein Schreibblog – Axel Hollmann – Schreiben, lesen und alles andere | Axel Hollmann

  5. Der Vergleich in Bezug auf die Art des Lesens ist gut, aber es wird dabei ein Punkt nicht berücksichtigt: es geht beim iPad und Kindle um zwei verschiedene Standards für eBooks. Der Kindle ist ein geschlossene Welt – auf dem iPad kann ich epbu-Bücher lesen, die ich gekauft oder aus der Bücherei ausgeliehen habe. Auf dem Kindle geht das nicht. Ein Vergleich zwischen iPad und einem anderen Reader wäre daher passender – zumal ich ein DRM geschütztes Buch sowohl auf dem iPad als auch auf einem der anderen Reader (Sony, Kobe etc.) gelesen werden kann. Ein nahtloses lesen ist nur dann möglich, wenn man auf dem iPad die Kindle-App nutzt.

    • WENN man allerdings die Kindle App auf dem iPad usw. nutzt, ist das ziemlich cool, wie ich finde. Ich kann nahtlos auf ALLEN Geräten ein Buch lesen und die Stelle, an der ich gerade bin, ist immer aufgeschlagen, egal wozu ich gerade greife. Und da ich querbeet zwischen iPhone, iPod Touch, iPad und Kindle wechsle, ist das wirklich super.

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