“The Book Case” – ein kurzer E-Book-Krimi von Nelson DeMille

Hatte ich schon darüber geschrieben, wie unglaublich toll E-Books sind? Falls es noch eines Argumentes bedarf, endlich sind “am Markt” wieder Kurzgeschichten zu bekommen!

Ich hatte schon gedacht, das Genre wäre – soweit es Unterhaltungsautoren betrifft – tot. Seit kurzer Zeit findet man aber auf den einschlägigen Internetplattformen, in meinem Fall Amazon, Geschichten oder Kurzgeschichtsammlungen bekannter Krimiautoren für ein bis zwei Euro. Michael Connelly hatte den Anfang gemacht und nun ist von dem bekannten Krimi- und Thrillerautoren Nelson DeMille das obige Mini-E-Book erschienen.Toll!

Okay, ob knapp zwei Euro für eine Geschichte von vielleicht 40 Seiten viel oder wenig Geld ist, mag jeder selbst für sich entscheiden. Als Nelson DeMille Fan, der die Romane mit seinem NYPD Detektive John Corey liebt, blieb mir aber natürlich nichts anderes übrig, als bei dem obigen E-Book zuzuschlagen. Noch habe ich es nicht gelesen, aber am Wochenende werde ich mich auf die Geschichte stürzen.

Hoffentlich macht Nelson DeMilles Beispiel Schule.

Kleine Anmerkung: Bisher habe ich noch keine E-Book Kurzgeschichte gesehen, die in deutscher Übersetzung erschienen ist. Für viele Leser ist das sicherlich schade.

Der erste Satz eines Romans – “Über das Schreiben” von Sol Stein

Bin weiter dabei, meine fachlichen Lücken zu füllen und Sol Steins “Übers das Schreiben” zu studieren.

Stein weist darauf hin, dass die ersten Sätze eines Romans stimmen müssen, denn die wenigstens Leser werden ein Buch lesen, wenn sie der Anfang nicht fesselt. Daraus folgt: Die ersten Sätze müssen eine Frage aufwerfen, die so spannend ist, dass der Leser nicht anders kann, als auch die nächsten Sätze, Absätze und Seiten zu verschlingen.

Sein Tipp: Einfach mal ein paar Bücher aus dem Schrank nehmen und schauen, wie andere Autoren ihre Romane beginnen.

Gesagt, getan. Lese gerade: “Die Auserwählten – im Labyrinth” von James Dashner. Der erste Satz:

“Sein neues Leben begann im Stehen, umgeben von kalter Dunkelheit und staubiger Luft.”

Klasse Satz. Die wichtigste Frag, die der Autor aufwirft: “Sein neues Leben…” Unwillkürlich will man wissen: a) was ist mit dem alten Leben des Helden, b) weshalb beginnt ein neues Leben. Zwei ungewöhnliche Fragen, die den Leser zum Weiterlesen zwingen.

Meine neue Lektüre: “Über das Schreiben” von Sol Stein

Ich gebe zu, es ist peinlich. Sol Steins “Über das Schreiben” eines DER Standardwerke für jeden Schriftsteller steht seit Jahren in meinem Regal  - wie in einem vorangegangenem Artikel erwähnt – und ausgerechnet von diesem Werk habe ich bisher kein Wort gelesen. Hüstel. So geht das natürlich nicht weiter und ich habe mir fest vorgenommen, den Schmöker durchzuarbeiten, egalwie lange das dauert.

Drei Tage später: Ich habe ich es… bis auf Seite 30 geschafft. Ein Kapitel. Toll. Und ja, das war ironisch gemeint (Zu meiner Verteidigung, ich habe zwar nicht viel gelesen, aber eine ganze Menge geschrieben. Ist ja auch was).

Egal, schon diese wenigen Seiten waren mehr als interessant und Sol Stein bringt das Wesen des Romanschreibens auf einen Punkt:

“Sachliteratur vermittelt Informationen. Fiktionale Literatur ruft Gefühle hervor.”

So schön habe ich das in noch in keinem Buch über das Schreiben gelesen. Ich bin gespannt darauf, wie es weitergeht.

Der größte Freund des Schriftstellers – Das Backup

Jetzt ist es mir also doch passiert. Nachdem ich in den letzten Jahren viel Zeit und Mühe in die Datensicherheit investiert habe, habe ich durch die Verkettung einiger unglücklicher Zufälle doch einen (zum Glück kleinen) Teil meiner Arbeit verloren.

Jede Datei sichere ich nicht nur auf meinem Laptop, ich lasse auch automatisch laufende Backups anfertigen und übertrage den ganzen Kram auf meinen Desktop-Rechner und eine externe Platte (Raid 1, für alle, die es interessiert). Eigentlich sollte man meinen, damit wäre man für jede Wiedrigkeit des Lebens gerüstet – Ha, ha, ha! Falsch gedacht!
Wie genau das Schicksal zugeschlagen hat, kann ich nicht im Detail nachvollziehen. Das Problem war wohl, dass eine Datei nicht gelöscht, sondern unbemerkt durch eine alte Version überschrieben wurde (im Endeffekt ein Copy-Paste-Fehler meinerseit. Ja, der User ist fast immer Schuld).

Egal, zwei Tage lang habe ich mir die Haare gerauft, alle Speichermedien erfolflos nach einem Backup durchsucht und schließlich in den sauren Apfel gebissen und ein Kapitel noch einmal geschrieben. Bei jedem Wort sagte eine Stimme in meinem Kopf: “Hey, beim letzten Versuch ist dir das aber besser gelungen!” Mit anderen Worten: Das Ganze war so lustig, wie eine Zahnwurzelbehandlung ohne Betäubung. Und wenn ich daran denke, was noch hätte geschehen können …

Was tun, damit so etwas nicht noch einmal geschieht? Nun, zunächst überlege ich in Zukunft zweimal, ehe ich eine Datei speichere oder kopiere. Nachdenken hilft, aber nicht immer. Früher oder später passieren Fehler. Deshalb hilft nur eins: Das gute, alte Backup auf Papier. Den Printer anschmeißen, nicht an die Wälder denken, die dafür der Kettensäge zum Opfer fallen, und jeden Mist ausdrucken.
Und ab sofort gibt es in unserem Haushalt kein offenes Feuer mehr. Sicher ist sicher.